01.11.1997 - 31.01.1998
BILDER UND SKULPTUREN

Ramona Müller-Hamleh, Rolf Hamleh

November 1997 –  Januar 1998 (Doppelseite / Vernissage)

RAMONA MÜLLER-HAMLEH (* 1957) / ROLF HAMLEH (* 1951) // Ein Künstlerpaar voller Humor, Gestaltungskraft und Erfahrungshunger präsentierte sich ab November 1997 in Lauda-Königshofen. Bei der Vernissage zur Ausstellung von Ramona Müller-Hamleh und Rolf Hamleh gab es in der FabrikGalerie zum ersten Mal Kunst im Doppelpack. Die Eheleute aus dem Dorf Altheim bei Walldürn im Odenwald verstehen sich als schöpferisches Duo, das seine Energie aus der Anziehungskraft der Gegensätze bezieht. Viele Ideen werden gemeinsam entwickelt, theoretisch und praktisch umgesetzt – „bis es sich dann überschlägt“, so Ramona Müller-Hamleh. Beide verbindet ihre Ausbildung zum Steinbildhauer / zur Steinbildhauerin und, seit Mitte der 1990er Jahre, die Entscheidung für den Weg als freischaffende Künstler. Bei allen Parallelen: Ihre Ausgangsmaterialien wie Stein, Schiefer und Metall verarbeiten sie mit unterschiedlichen Verfahren und zu unterschiedlichen Themen.

Im Werk von Ramona Müller-Hamleh findet ihre tiefe Bewunderung für die Natur ihren Niederschlag. Oft wählt sie das Material ihrer Region, den Buntsandstein, und empfindet es als Herausforderung, durch die Bearbeitung eines Steins „die Grenzen zu überschreiten, die die Natur vorgibt“. Stein und andere Materialien wie Edelstahl oder Bronze arrangiert sie zu filigranen Bildobjekten, die Gemälde und Plastik zusammenführen. Bronzeintarsien durchziehen den Stein, Zufallsereignisse beim Erkalten des Bronzegusses strukturieren die Oberfläche. Zusätzlich koloriert Ramona Müller-Hamleh den Materialmix mit Aquarell- oder Acrylfarben. Darüber hinaus verfolgt die Künstlerin zahlreiche andere Ausdrucksformen. Sie sägt Holzskulpturen mit der Motorsäge aus dem Stamm und erschafft kleinformatige Metallskulpturen auf Steinsockeln: weibliche Figurinen, strotzend vor Lebenslust und praller Körperlichkeit.

Rolf Hamleh hat sich in den letzten Jahren vor allem mit Metallskulpturen einen Namen gemacht, die durch eine gertenschlanke, überdehnte Proportion der menschlichen Figur gekennzeichnet sind. 1997 präsentierte der Bildhauer in der FabrikGalerie ein noch ganz anderes, tierisches Figurenpersonal: Frösche, Reiher, Schnaken und Schnecken. Die heiter-skurrilen Wesen fertigte er aus Gegenständen, die zuvor von Landwirten und Handwerkern als nutzlos aussortiert worden waren. Sensen, Hacken, Beile und Schraubstöcke fügte Rolf Hamleh zu Assemblagen zusammen und überführte, so die Absicht des Künstlers, „die produktive Unnützlichkeit in ein neues, kreatives Sinnerlebnis“.