Muleta, Werkverzeichnis 16072 © Edith Hultzsch

8. April bis 27. Mai 2026
KAIROS

Edith Hultzsch

APRIL – MAI 2026

EDITH HULTZSCH  // Kairos

Die LAUDA FabrikGalerie präsentiert vom 8. April bis 27. Mai 2026 einen umfassenden Querschnitt durch das Werk der 1908 in Berlin geborenen Künstlerin Edith Hultzsch. Gezeigt werden Tuschpinselzeichnungen in Schwarzweiß, Gouachen auf Papier sowie Ölbilder auf Leinwand. Die thematischen Schwerpunkte liegen auf Sport, Tanz und Stierkampf – Bereiche, in denen Bewegung in ihrer reinsten und dynamischsten Form auftritt.

Hultzsch studierte von 1930 bis 1932 an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg bei den bedeutenden Künstlern Emil Orlik und Hans Meid. Diese von Bruno Paul gegründete Institution war eine avancierte, dem Bauhaus ähnliche Kunsthochschule, die progressive Ansätze in der künstlerischen Ausbildung verfolgte. Orlik, bekannt für seine Holzschnitte und seine Lehrtätigkeit, und Meid, ein renommierter Zeichner und Illustrator, prägten Hultzschs künstlerische Entwicklung nachhaltig. Von ihren Lehrern übernahm sie die Präzision der Linienführung und das Gespür für den entscheidenden Moment in der Darstellung.

Von 1940 bis 1954 gehörte Hultzsch dem Verein der Berliner Künstlerinnen an, dem ältesten heute noch existierenden Zusammenschluss bildender Künstlerinnen in Deutschland. In diesem Umfeld, in dem unter anderem Käthe Kollwitz als Lehrerin wirkte und Paula Modersohn-Becker Schülerin war, entwickelte sie ihre künstlerische Position weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sie zunächst nach Minden über, wo sie Malunterricht gab. Ab 1952 lebte und arbeitete sie in Düsseldorf, wo sie bis 1995 ihr Atelier führte. Parallel zu ihrer künstlerischen Tätigkeit hatte sie eine Dozentur für figürliches Zeichnen an der Volkshochschule Düsseldorf inne und lehrte von 1963 bis 1965 an der Düsseldorfer Werkkunstschule. Hultzsch starb 2006 in Erkrath-Hochdahl bei Düsseldorf.

Der Titel der Ausstellung ›Kairos‹ bezieht sich auf den griechischen Gott des günstigen Augenblicks, des rechten Zeitpunkts – eine Metapher, die das Kernthema von Edith Hultzschs künstlerischem Schaffen präzise erfasst. Kairos, in der griechischen Mythologie als jugendlicher Gott mit Flügeln an den Füßen und einem Haarschopf an der Stirn dargestellt, symbolisiert den flüchtigen Moment, der ergriffen werden muss, bevor er unwiederbringlich vergeht. Genau dieses Prinzip liegt Hultzschs Werk zugrunde: die Fähigkeit, den entscheidenden Augenblick einer Bewegung zu erfassen und in einer Linie, einem Pinselstrich festzuhalten.

Die Verwaltung des Nachlasses von Edith Hultzsch liegt in den Händen ihres Großneffen, Dr. Günter Hultzsch.